Aus der Vergangenheit lernen, sie verstehen und analysieren – das sind Ansprüche, die die Gesellschaft an jeden Einzelnen von uns stellt. Geschichte kann nach verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet werden. Einteilungen nach literarischen, gesellschaftlichen, politischen, wissenschaftlichen, philosophischen, erkenntnistheoretischen Meilensteinen der Geschichte empfehlen sich hierbei.

Vor allem die jüngste Geschichte Deutschlands, die Zeit der NS-Diktatur, lässt die Deutschen immer noch nicht los. Viele Jugendliche können immer noch nicht „begreifen“, dass Deutschland einmal von derartigen menschenverachtenden Zuständen gezeichnet war. Aus der Geschichte lernen, sich wiederholende Abläufe in verschiedenen Kulturen zu erkennen und miteinander zu vergleichen – an diesen und anderen Zielen setzt der Geschichtsunterricht heute an.

Sich in andere Kulturen einfühlen, Perspektivenwechsel und Fremdverstehen üben, gleichermaßen wie die „eigenen Wurzeln“ verstehen zu können, sind wesentliche Voraussetzungen eines jeden Menschen, um zu einem fundierten Wissen über das menschliche Wesen zu gelangen. Vor allem durch die globalisierte, vernetzte Medienwelt von heute sind soziale Kompetenzen, wie auch interkulturelle Kompetenzen von essentieller Bedeutung.

Kompetenzen in Bezug auf fremde Kulturen zu entwickeln, bedeutet aber im Umkehrschluss nicht, die eigene Position aufzugeben. Die regionale Prägung soll durch den Vergleich lediglich markiert und überdacht werden. Die Befassung mit geschichtsträchtigen Ereignissen bietet den Jugendlichen, die in der Regel etwas „geschichtsfaul“ sind, auch eine Möglichkeit der Orientierung in der heutigen Welt.

Ein differenziertes Bewusstsein für die Bedeutung von Geschichte kann aber nur erwachsen, wenn in der frühen Entwicklungsphase die Lust an dem Fach geweckt wird. Im Zuge von G8 an den Schulen ist das leichter gesagt als getan. Nicht selten kann es zu Überforderungen kommen, wenn sich zum Beispiel Sechstklässler mit der Politik Alexander des Großen auseinander setzen müssen.

Stets sollte eine Einsicht in die Notwendigkeit des gelernten Stoffes erfolgen, so dass die Lust an der Arbeit mit Quellen und Theorien bestehen bleibt. Der ein oder andere Museumsbesuch, welcher durchaus spannend gestaltet werden kann, kann den Schülern außerdem ein entdeckendes Lernen ermöglichen. Geschichte ist zwar das, was vorbei ist, aber dennoch das Fundament der Zukunft.

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